Publiziert · 5. Oktober 2026

Wir haben 282 Gemeinde-Websites gemessen.

Nur öffentliche, passive Signale: llms.txt, robots.txt, Sitemaps, strukturierte Daten, Chatbot-Fingerprints, Open Data. Erhebung vom 1. Oktober 2026.

Was wir gemessen haben

Wir haben die Websites von 282 Schweizer Gemeinden untersucht — von der Stadt Zürich bis zu Berggemeinden im Val Poschiavo. Gemessen haben wir, was für KI-Assistenten und Suchmaschinen sichtbar ist: öffentliche, passive Signale, keine Systeme und keine Inhalte hinter Login.

Konkret gehören dazu:

  • robots.txt — darf die Website überhaupt maschinell gelesen werden, und gibt es Regeln für KI-Crawler?
  • llms.txt — gibt es eine Datei, die KI-Assistenten gezielt über die Gemeinde informiert?
  • Sitemap — ist die Struktur der Website für Maschinen aufbereitet?
  • Strukturierte Daten — verstehen Maschinen, was eine Seite darstellt?
  • Chatbot-Fingerprints — zeigt die Website Anzeichen eines Chatbots?
  • Open Data — veröffentlicht die Gemeinde maschinenlesbare Datensätze?

Die Erhebung erfolgte am 1. Oktober 2026 mit unserer eigenen Messpipeline. Sie liest nur öffentlich zugängliche Dateien und Seiten — es wurden keine Anfragen an Gemeinden gestellt und keine Systeme berührt.

Die Kernergebnisse

  • Nur 2 von 282 Gemeinden haben eine llms.txt: Davos und Rorschach.
  • Nur 2 von 282 haben überhaupt Regeln für KI-Crawler in der robots.txt — und beide verbieten: Schwende-Rüte und Thal.
  • 0 Chatbots haben wir erkannt. Das ist allerdings die Grenze unserer statischen Erkennung: Ein Chatbot, der erst nach einem Klick geladen wird, hinterlässt keinen Fingerprint im statischen HTML.
  • 242 Websites haben eine Sitemap.
  • 7 Organisationen veröffentlichen Open Data.
  • Der Median liegt bei 32 von 100 Punkten.

Ein Beispiel: Allschwil

Allschwil im Kanton Basel-Landschaft ist mit rund 21'000 Einwohnerinnen und Einwohnern eine typische Gemeinde der Mittelstadt. Die Website erreicht 30 von 100 Punkten und liegt damit auf Rang 212 von 282 — ein ganz normales Resultat, kein Ausreisser nach unten.

Das heisst: Die technische Sichtbarkeit der meisten Gemeinde-Websites ist für KI-Assistenten begrenzt. Bürgerinnen und Bürger, die heute eine KI nach Öffnungszeiten, Formularen oder dem Gemeinderat fragen, erhalten womöglich keine Antwort aus der Quelle — oder eine veraltete.

Was heisst das?

Das ist kein Vorwurf an die Gemeinden. Die Signale, die wir messen, sind neu, und viele Verwaltungen haben andere Prioritäten. Aber die Erwartung der Öffentlichkeit ändert sich: Suchmaschinen waren gestern, KI-Assistenten sind morgen die erste Anlaufstelle. Gemeinden, die dort gut gefunden werden, geben den Bürgerinnen und Bürgern bessere Antworten — mit denselben Inhalten, nur besser aufbereitet.

Die gute Nachricht: Die meisten Signale lassen sich mit überschaubarem Aufwand verbessern. llms.txt und strukturierte Daten sind technische Kleinigkeiten mit spürbarem Effekt.

Mit dem KI-Readiness-Check können Sie prüfen, wo Ihre Gemeinde in sieben Dimensionen steht — von Strategie über Daten bis zur Bürgerkommunikation.

Alle Artikel